Betriebliche Pandemieplanung

Betriebliche Pandemieplanung

Die Notwendigkeit einer betrieblichen Pandemieplanung zeigt sich in der derzeitigen Corona-Pandemie auf das Drastischste. Doch auch die vergangenen Grippewellen gaben Anlass dieses Thema in Unternehmen in den Blick zu nehmen.

Gerade für Betriebe der kritischen Infrastruktur ist eine betriebliche Pandemieplanung schon lange üblich und unverzichtbar. Auch für größere Unternehmen und mittelständische Betriebe die nicht zur kritischen Infrastruktur zählen ist die Pandemieplanung eine sinnvolle Ergänzung in der Notfallplanung.

Ziel der Pandemieplanung ist immer die Produktionsfähigkeit des Unternehmens so lange wie möglich aufrecht zu erhalten und Strategien zu entwickeln, welche die Schäden und Ausfälle so gering wie möglich halten. Unbedingt erforderlich ist, diese Planungen bereits vor dem Eintritt einer solchen Lage festzulegen, im Unternehmen zu kommunizieren und zu implementieren.

Da Unternehmen und deren Betriebsprozesse sehr individuell und verschieden sind, muss eine Pandemieplanung immer angepasst für das jeweilige Unternehmen erstellt werden.

Die Erarbeitung eines betrieblichen Pandemieplanes läuft in mehreren aufeinanderfolgenden Projektphasen ab. Zunächst gilt es mögliche Auswirkungen auf das Unternehmen zu erkennen und die unentbehrlichen Geschäftsprozesse zu identifizieren. Hierbei sind auch Lieferketten und die Produktionsstandorte miteinzubeziehen. Auch die Frage, welche Prozesse ins Home-Office ausgelagert werden können und dies im Detail umgesetzt werden kann, ist zu klären.

Als nächstes werden entsprechende Planungsprozesse gebildet. Hierzu werden – je nach Größe des Unternehmens – erste Teams gebildet. Es sind Hierarchien für den Pandemiefall festzulegen und daraus eine Notfall-Führungsgruppe zu bilden.

Die Planungsteams untersuchen ihren Bereich auf die in der ersten Phase definierten Geschäftsprozesse und Lieferketten. Sie erstellen Vertretungsregelungen und definieren notwendige Mindestbesetzungen.

Im letzten Schritt werden die ermittelten Ergebnisse in einer Übersicht zusammengefasst und daraus Konsequenzen und Notfallpläne erarbeitet. Kommunikationswege und notwendige Informationen werden vorbereitet und in Szenarien vorgeplant. Gegebenenfalls sind neue Arbeitsprozesse zu definieren und zu implementieren, oder verschiedene Anpassungen sofort umzusetzen (z.B. Umgang mit Krankmeldungen, Händehygiene).

Die neuen Prozesse werden im Unternehmen kommuniziert und wenn notwendig das Personal darin geschult.

Es empfiehlt sich die Ergebnisse der betrieblichen Pandemieplanung in regelmäßigen Abständen zu überprüfen, da sich die Erkenntnisse der Wissenschaft, aber insbesondere die Betriebe und internen Arbeitsprozesse einer ständigen Entwicklung unterliegen.

Gerne sind wir ihr Ansprechpartner in Fragen der betrieblichen Pandemieplanung!

Dennis Eichenbrenner

Über den Autor

Dennis Eichenbrenner

Dennis Eichenbrenner ist Fachplaner für Besuchersicherheit und Inhaber von EVS-Safety. Außerdem hat er über 15 Jahre Berufserfahrung im Rettungsdienst, wo er als Notfallsanitäter und Einsatzleiter (Organisatorischer Leiter Rettungsdienst) unzählige Einsätze begleitet hat.
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